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Jeder Burmese hat einmal pro Woche Geburtstag, vielleicht nicht im Sinne einer Feier, jedoch beeinflusst der Wochentag, an dem er geboren wurde, viele Entscheidungen in seinem Leben. Der Tag hat Auswirkungen auf den Anfangsbuchstaben seines Namens, auf den Gebetsplatz in der Shwedagon Pagode von Yangon, in der es wie bei vielen anderen Tempeln bestimmte Plätze für die Planeten und somit für jeden Wochentag gibt.

Es gibt acht solcher Orte, die man durch ein zugeordnetes Tier erkennen kann (der Tiger für Montag, der Löwe für Dienstag usw.). Der Mittwoch in zweigeteilt, der Elefant ohne Stoßzähne steht für den Morgen, der mit Stoßzähnen für den Nachmittag. Entsprechende „Planeten“ wären der Merkur für den Mittwoch Morgen, Saturn für den Samstag und der Mond für den Montag. Es gibt auch einen burmesischen „Planeten“ namens Rahu (Mittwoch Nachmittag), der die Ursache für Finsternisse sein soll. Die Gläubigen bringen an der Stelle ihres Planeten oft Blumen- oder Obstopfer dar und salben ihr Tier mit Wasser.

Der Buddhismus hat wie nichts anderes die burmesische Kultur und Geschichte geformt. 85% der heutigen Bevölkerung befolgen die Lehren des Siddhartha Gautama Buddha, einem Prinzen, der vor 2.500 Jahren in Indien lebte. Obwohl er in Wohlstand und Luxus aufgewachsen war, verzichtete er auf alle weltlichen Reichtümer und widmete sich der Lehre.

Acht Haare des Buddha sollen in der Shwedagon Pagode aufbewahrt sein. Den Grundstein für dieses wunderbare goldene Bauwerk und eines der weltweit größten religiösen Zentren sollen Mönche um 480 v.Chr. gelegt haben.


Nach dem Tode Buddhas teilte sich die buddhistische Welt in zwei Schulen. Theravada-Buddhisten glauben, jeder Mensch sei ein Individuum und denken, dass sie näher am ursprünglichen Buddhismus sind. Die Mahayana-Schule glaubt, dass das Leben des Einzelnen mit dem der anderen verbunden ist und so die Welt beeinflusst.

Alle Buddhisten glauben, dass die Menschheit von der Geburt bis zum Tod Schmerzen und Leiden ausgeliefert ist – daher sollen Toleranz und Vergebung an die Stelle von Rache und Hass treten.

Der Buddhismus ist zwar in Myanmar fest verankert, aber die Menschen leben auch mit vielen Geschichten und Überzeugungen des animistischen Glaubens ihrer Vorfahren. Der Buddhismus ist eine toleranter Glaube - die alten Traditionen wurden in die neue Volksreligion integriert und bereichern das spirituelle Leben.

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Neben dem Einfluss der Astrologie auf das tägliche Leben, etwa wenn es darum geht, einen Geschäftspartner auszusuchen oder einen günstigen Tag für den Frisörbesuch zu ermitteln, gibt es im traditionellen Volksglauben eine Geisterwelt, die von übernatürlichen Wesen bevölkert wird, wobei die Nats die wichtigsten sind, denn diese kleinen boshaften Geister können Chaos anrichten, wenn man sie nicht mit Blumen-, Geld- und Speisenopfer besänftigt.

Bevor König Anawrahta im 11. Jahrhundert den Buddhismus im alten Burma einführte, verehrte man im animistischen Volksglauben die Geistergötter. 

Mit den Nats ist nicht zu spaßen – König Anawrahta versuchte sie in ihre Schranken zu verweisen, wurde dann aber, wie ihm seine Wahrsager prophezeit hatten, von einem wilden Büffel aufgespießt und starb.



Der Buddhismus hat diese mächtigen Kreaturen nie ganz ersetzt und heute stehen die Pagoden und die Schreine der Nats friedlich nebeneinander.


 
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